Das Konzerthaus Berlin als Ort für alle

Shownotes

Wie kann ein Konzerthaus heute ein Ort für alle sein?

In der neuen Folge ihres Podcast-Formats spricht Generalsekretärin Antje Valentin mit Tobias Rempe, Intendant des Konzerthauses Berlin, über seinen Wechsel aus der freien Szene in die neue Rolle als Intendant, über die Zukunft klassischer Musik und die Frage, wie er das Traditionshaus für eine vielfältige Stadtgesellschaft öffnen möchte. Hinweise auf die neuen Konzertreihen Aşina und Berlin Tracks sowie das nextdoor Programm im Rahmen der Beteiligung an der Projekt „Übermorgen“ der Kulturstiftung des Bundes zeigen den Aufbruch, in dem sich das Konzerthaus befindet. Außerdem geht es um Musikalische Bildung, kulturelle Teilhabe und die kulturpolitischen Rahmenbedingungen, die nötig sind, damit klassische Musik auch in Zukunft gesellschaftlich relevant bleibt. Ein Gespräch über Tradition und Veränderung, Offenheit und künstlerische Freiheit – und darüber, wie ein Konzerthaus zu einem Ort werden kann, an dem sich möglichst viele Menschen zu Hause fühlen.

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Musik: Konzerthausorchester Berlin unter der Leitung von Joana Mallwitz Ludwig van Beethoven - Symphonie Nr. 1 Maurice Ravel - Bolero Sergej Rachmaninow - Symphonische Tänze Franz Schubert - Symphonie Nr. 9

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00:00:00: Insofern glaube ich, ist alles was wir in Richtung Kinder- und Jugendkultur tun können mit den entsprechenden Ressourcen die wir haben.

00:00:07: Es ist die Richtung kann man in seiner Bedeutung glaube ich kaum überschätzen.

00:00:28: Herzlich Willkommen!

00:00:29: Ich bin Anja Valentin Generaldekriterin des Deutschen Musikrats.

00:00:33: In meiner Podcast Reihe spreche ich mit spannenden Menschen aus Musik und Politik.

00:00:39: heute sitze ich zusammen mit

00:00:41: Tobias Rempe.

00:00:43: Ich freue mich sehr, dass Tobias Rennbe heute mein Gast ist.

00:00:46: Er ist Intendant des Konzerthauses Berlin, zudem auch das Konzerthausorchester gehört.

00:00:52: Ursprünglich ist er Geiger und war mit Begründer des Hamburger Ensemble Resonanz und übernahm dessen Geschäftsführung und künstlerische Leitung.

00:01:00: Von zweizigneunze bis vierundzwanzig war er Vorsitzender von Frio Freie Orchester & Ensembles dem Mitgliedsverband des Deutschen Musikrats Insofern auch uns schon länger bekannt.

00:01:16: Lieber Tobias Rembe, wie ist es von einem Geschäftsführer und künstlerischen Leiter eines freien Ensembles zum Indendanten eines institutionell geförderten Konzerthauses zu werden?

00:01:28: Das ist einfach voran sehr spannend!

00:01:30: Ich kann immer sagen dass ich gerade eigentlich die Erfahrung mache das sich an den Dingen die mich antreiben und ich erreichen möchte auch bei diesem Schritt eigentlich gar nicht so viel geändert hat.

00:01:45: Also es geht immer noch darum Musik, klassische Musik, europäische Kunstmusik, Musik im Allgemeinen in ein möglichst sinnfälligen und inspirierender Zusammenhang mit Menschen in einer Stadt zu bringen.

00:02:00: was sich geändert hatte ist natürlich das Spielfeld.

00:02:04: Das Konzerthaus ist eine ganz andere Organisation, das ist das Formel Resonanz und auch die Spielregeln.

00:02:10: Die Abläufe sind anders und ich lerne unglaublich viel.

00:02:14: Ich bin sehr gut angekommen.

00:02:17: so fühlt sich das eigentlich nach fast einer Saison jetzt an Und wenn es auf einen Begriff bringen sollte finde ich es einfach sehr spannend und auch sehr inspirierend diese Aufgabe zu haben.

00:02:31: Gibt es denn Impulse aus der freien Szene, die Sie in das Konzerthaus mitnehmen?

00:02:38: Die dort vielleicht auch ungewohnt sind.

00:02:40: Ich weiß nicht, ob es spezifische Impulse von der freiem Szene sind... Also ich glaube, dass Konzerthaus sich ja in den letzten Jahren schon auf einen Weg gemacht hat, sich zu öffnen sehr stark als das Haus und Orchester für die Berliner Rennen und Berliner im Allgemeinen zu sehen, sich an alle Menschen in der Stadt zu richten.

00:03:02: Und das ist natürlich etwas was ich genau richtig finde.

00:03:05: uns selber zeugend denke dass da aber auch an vielen Stellen eben noch viel Entwicklung nötig ist um diesem Anspruch möglichst nahe zu kommen.

00:03:15: Natürlich kann man aus der Arbeit die wir in Hamburg gemacht haben der Erfahrung mitbringen auch aus den Erfahrungen schöpfen die das Haus schon gemacht hat.

00:03:22: Das sind sicherlich einige Fahrendren die jetzt Aus der Arbeit, wann muss noch was meins kommen?

00:03:28: Insofern dann aus der freien Szene.

00:03:29: Ich weiß nicht, ob sie spezifisch freie Szenen sind.

00:03:32: Ja bei Freie Szene steht ja der Begriff frei.

00:03:35: also diese künstlerische Freiheit die man da vermutet obwohl sicherlich eingebunden auch in ökonomische Zwänge hin und wieder aber ist die denn auch im Konzerthaus zu spüren?

00:03:48: haben Sie da die künstlersche Freiheit die sich wünschen?

00:03:51: Ich glaube, dass die Hebel im Konzerthaus viel größer sind.

00:03:53: Man rechte sich an viel mehr Menschen und das Haus hat auch noch eine viel längere Geschichte.

00:04:00: Insofern ist es ein anderes Umfeld in dem man da arbeitet was ich schon meinte.

00:04:04: Das Tempo ist natürlich ein anderes.

00:04:08: Das ist klar viele Sachen sind langsamer.

00:04:11: also man könnte auch so ganz grob mal sagen, dass sich die Größe der Organisation Die Menge der Menschen, die beteiligt sind auch.

00:04:19: Die Budgets haben sich vervielfacht und dafür das Tempo in dem man Dinge umsetzen kann durchaus so verringert.

00:04:25: Die Planungsvorläufe sind länger.

00:04:27: also erstens alles sozusagen diese Änderungen.

00:04:31: grundsätzlich aber mache ich schon habe ich auch schon im ersten Jahr jetzt eigentlich den Erfahrungen gemacht dass man Dinge verändern kann und voranbringen können.

00:04:41: Das ist natürlich ermutigend!

00:04:55: Das ist toll ja.

00:04:56: Also es raus hat sie auch kündlich mit offenen Armen empfangen Auch die Kollegin Johanna Walwitz, was man so wahrnimmt.

00:05:04: Das ist großartig denn ein Konzertaus hat ja eine besondere Bedeutung und die scheint auch in einer gewissen Transformation zu sein.

00:05:13: Welche Rolle sehen Sie für einen öffentlich finanziertes Konzerthaus heutzutage?

00:05:20: In erster Linie ist es ein öffentlicher Ort.

00:05:22: das ist glaube ich das, was ganz oben steht.

00:05:24: Es ist ein Ort der den Menschen in Berlin gehört und der offen sein sollte alle diese Menschen, die in Berlin leben.

00:05:34: Wir haben den Auftrag dort Musik zu präsentieren.

00:05:37: In erster Sinne klassische Musik, wir haben ein klassisches Symphonierkastanhaus.

00:05:41: es geht um sozusagen europäische Kunstmusik und wir wollen Menschen gleich einmal so berühren und die sollen auch die Gegner mit Musik auf eine Art und Weise für sich nutzen können sich auch in der Welt zu orientieren sich Fragen zu stellen.

00:05:57: Musik kann Menschen zusammenbringen, Menschen kann aber auch Menschen mit sich selber in Kontakt bringen und diese Zusammenhänge zu finden und auch auf eine gegenwärtige Art und Weise dann einzulösen.

00:06:10: das ist glaube ich die große Aufgabe die wir haben dass es klar ist wer über uns ins Konzert kommt der kann auch ganz aktuell in seinem gegenwertigen zeitkünstlichen Leben dort berührt werden oder auch Inspiration finden.

00:06:25: die erwähnten eben sich gegenseitig auch berühren.

00:06:29: Das heißt, dass das Publikum durchaus programmatisch eingebunden wird in der Gestaltung oder dass es vorne gibt des gemeinsamen, des partizipativen Überlegens über das Programm?

00:06:44: Kann es auch geben aber das meinte ich ist gerade nicht in erster Linie.

00:06:47: Ich meine einfach, dass wir mit der Musik für die das Konzert war steht einfach etwas... eine Kunstform präsentieren, die unglaublich wirkungsvoll in der Gegenwart sein kann.

00:07:00: Es ist nämlich die jeden und jede ästhetischen Emotional erst einmal berühren kann.

00:07:06: Das ist aber einer, die auch beim hundertfünfzigsten höheren dasselbe Stück ist um noch weiter eine Tiefe führt.

00:07:12: Es gibt immer wieder neue Dinge zu entdecken.

00:07:13: Es fordert aber auch heraus.

00:07:18: Jetzt gibt es nicht ohne eine... also mit einem einfachen Komplexitätsreduktion gibt es, das auch nicht zu haben.

00:07:25: Es ist immer wieder auch Fremdheitserfahrung dabei.

00:07:29: Das sind Stücke mit langen Dauer in diesem Komplex, selbst die wunderbare Musik von Bach oder auch den Mahleisen von Jessen alle komplexe Gebilde.

00:07:35: d.h.,

00:07:36: dass das Aushalten von diesen Längen und das Zuhören wird dort ja auch trainiert.

00:07:43: Ich finde auch diese Kunstform auf eine wunderbare Art und Weise auch zu Trends oder Tendenzen in unserer Gegenwart.

00:07:52: quer steht, also das heißt alles was da passiert auf der Bühne ist live linear real analog.

00:07:59: Alles was auf der bühne passiert basiert auf zuhören.

00:08:03: jahrelang trainierten können und es geht ja es geht um dieses zusammenfinden und dass um das zu erleben was eigentlich in einer welt in der es immer mehr um kurzfristige um eine sehr perforierte Alltagswelt zu geben, die digital perforiert ist.

00:08:23: Die durch Arbeitszeitige Prozesse zerteilt ist.

00:08:26: Das was wir da anbieten können das wird glaube ich auf eine ganz natürliche Art und Weise immer wertvoller und immer wichtiger.

00:08:33: Sie sind ja auch dabei im großen Programm übermorgen neue Modelle für Kulturinstitutionen der Kulturstiftung des Bundes.

00:08:42: Da geht es um zukunftsweisende Innovation in Kultureinrichtungen und in den großen Städten in Deutschland.

00:08:49: Was haben Sie davor?

00:08:51: Wir haben in einem Programm, das wir Concert House Next Door genannt haben vor uns noch stärker auch in die Stadt zu bewegen und in Kooperation mit Kräften der Berliner Stadtgesellschaft zu begeben.

00:09:04: Die uns unseren Horizont erweitern können.

00:09:08: also ich glaube wenn wir den Anspruch haben für alle Menschen in Berlin offen zu sein dann müssen Als Konzerthausen, all die Menschen, die da drin arbeiten auch feststellen das ist viele Bereiche und Erfahrungen.

00:09:24: Und auch kulturelle Hintergründe dieser Berliner Stadtgesellschaft gibt wir wahrscheinlich noch nicht ausreichend kennen oder verstehen um für alle Programm zu machen und dieses Programm aber auch zu kommunizieren Die Erzählung dessen was im Konzerthaus ist so zu prägen dass alle verstehen was das sein kann für sie und dort auch Anschluss finden können.

00:09:43: Und genau diese Erfahrungs- und Wissens Lücken wollen wir in diesen Kooperationen, die wir im Rahmen von Concertos Next Door anstreben eigentlich füllen.

00:09:54: Es geht wirklich darum selber auch Erfahrung zu machen und selber zu wachsen um in Bezug auf das was Berlin alles in seiner ganzen Bereite sein kann noch mehr zu verstehen.

00:10:04: Das heißt dass es zuerst eine Orientierungsphase gibt.

00:10:08: In dieser Orientierungs-Phase in einem ersten Schritt haben wir jetzt zum Beispiel gerade eine Kooperation mit dem Ich ichche Festival gemacht.

00:10:15: Das ist ein Festival für neue anatolische Musik getragen von einem Kollektiv, das den gleichen Namen trägt Ich Ichche, ein Kollektif für postmigrantische Perspektiven in Berlin.

00:10:26: Es ist ein großartiges Festival wo unglaublich vielfältige Musik die alle irgendwie in ihren Ursprungen in Anatolien hat.

00:10:33: Vieles von dem ist aber auch in der Diaspora in Berlin entstanden.

00:10:37: Ein unglaublich offenes und in viel Richtung ausgreifendes Festival.

00:10:41: Wir haben mit einer iranischstämmigen Sängerin Madani, ist ihren Name mit der kleinen Kammerorchester des Konzerthauses dort im Festival teilgenommen werden das Programm gemeinsam entwickelt.

00:10:51: es wird im Herbst eine Rück-Einladung nach ins Konzerthaus geben.

00:10:54: Das sind Brückenschläge die wir versuchen.

00:10:57: gleichzeitig sind wir aber auch bemüht im Rahmen von Next Door auch an Orten in Kooperation zu kommen auf einer sozialen Art und Weise vielleicht weit weg sind von gendalen Markten im Konzerthaus.

00:11:09: Und auch dort Erfahrungen zu machen, die uns weiterbringen

00:11:34: soll zu hören weil das Konzerthaus hat ja auch diese wahnsinnig historische Ausstrahlung auch wenn es ja eigentlich zerstört war und wieder neu aufgebaut wurde.

00:11:44: aber eigentlich stammt des Jahr aus Anfang des neunzehn Jahrhunderts und spricht so eine pürstlich kaiserliche Sprache klassizistisch also auf Menschen die nicht unbedingt mit Hochkultur verbunden sind, glaube ich auch nicht so wahnsinnig einladend.

00:12:02: Aber vielleicht irre ich mich und es gelingt genau durch Nextdoor-Menschen zu locken, die bisher da nicht waren?

00:12:12: Ist das das Ziel oder würden sie weiterhin auch draußen bleiben

00:12:16: wollen?".

00:12:18: Das ist ja so.

00:12:19: einmal das... draußen sein, um in Kontakt zu kommen und dann aber auch die Menschen einzuladen ins Konzerthaus.

00:12:24: Das sind eigentlich zwei Bewegungen derselben Idee.

00:12:28: Und ich habe auch immer gedacht am Anfang das Konzerthaus eigentlich so architektonisch sei es ja eigentlich das Gegenteil von niedrigschwellig und dieser imposante Freitreppe, die Säulen alles kann auch abschreckend wirktend tatsächlich machen.

00:12:43: Aber auch die Erfahrung dass das gar nicht unbedingt so sein muss.

00:12:47: Und dass sich gerade auch viel ganz neues Publikum mit großer Neugierde und Begeisterung, auch gerade diesem Haus in seiner Architektur nähert.

00:12:54: Auch wenn wir Künstlerinnen und Künstlern im Rahmen unserer neuen Konzertreihe Berlin Tracks zum Beispiel das erste Mal am Haus haben, dass sie eigentlich voller Freude annehmen, auch in diesem Haus mit diesen Frohenleuchtern dann zu Hause zu sein.

00:13:07: Wir hatten jetzt zum Abschluss dieser Konzerteihe Berlin tracks wo wir den Berliner Soulcore Song For You zu Gast hatten.

00:13:14: Ganz ganz... tolles Konzert mit ganz vielen Besucherinnen und Besuchern, die glaube ich auch alle das erste Mal im Haus waren.

00:13:21: Und danach gab es auf der Freitreppe – das war einer dieser heißen Tage jetzt irgendwie mal die Bar offen – und man stand da auf der freitreppen Blick auf den gendarmen Markt.

00:13:28: und dass wenn wir die Architektur und was das Haus bieten kann auf diese Art und Weise eben nutzen können oder das Publikum sich so aneignet wie das am Samstag passiert ist dann ist das wunderbar und alle fühlen sich das sehr wohl!

00:13:45: großartig, also dann auch als ein Ort zum Begegnen auf der Freiteppe an der Bar.

00:13:50: Das ist wirklich was Neues das man da einfach nach dem Konzert noch zusammenkommen kann.

00:13:56: Eine Randerscheinung hat ja eigentlich mit der Kunst direkt nichts zu tun aber glaube ich wichtig um als Ort wahrgenommen zu werden.

00:14:03: Ja klar wollen wir offen sein.

00:14:05: Wir wollen ja auch nicht nur Leuten Zugang zum Haus verschaffen, die eine Konzertkarte haben und dann für zweieinhalb Stunden Musik hören oder zwei Stunden Musik können drin sind und sofort das Haus wieder verlassen.

00:14:14: Also die Frage wie wir auch Teil einer besten Falle irgendwann Community werden können, die sich rund um das was wir an Musiker anbieten versammelten auch miteinander vernetzt ist natürlich auch eine die wir uns regelmäßig stellen.

00:14:29: Und was sagt das Stammpublikum dazu dass es sicherlich auch gibt?

00:14:34: Ich glaube, dass auch diese Reihen, auch Berlin Tracks jetzt und in dem Festival vom Anfang, was wir gemacht haben.

00:14:40: Da ist das Stammpublikum ja auch drin.

00:14:41: Das ist ein ganz großer Stärke des Hauses.

00:14:44: Dass es seit wirklich langer Zeit schon an so vielen Menschen in Berlin hängt unter der wir eine ganz starke Basis mit einem offenen und begeisterungsfähigen Stammpopulikon haben Die am Ende auch die Basis dafür ist, dass wir uns auf diese Öffnungen und diese Schritte in andere Richtungen überhaupt irgendwie gut leisten können.

00:15:09: Also da kommen nicht Stimmen wie sagen hier wünschen uns unseren Beethoven-Malabruckner

00:15:14: Brahms?

00:15:14: Ja ich komm weil wir tatsächlich das total stark sind genau in diesem Bereich der klassischen Symphoniekonzerte mit dem Konzertausorchester.

00:15:23: Das sind die Konzerte die im großen Wahl auch Also sowohl vom Programm her, als auch von den Besucherzahlen und auch von dem Einnahmen her sozusagen der Kern des Rückgratdestens sind was wir tun.

00:15:36: Und da geht es ja natürlich genau um das.

00:15:38: Natürlich auch da versuchen wir immer wieder neue Geschichten zu erzählen aber also Beethoven Brahms Maler Schosterkowitsch natürlich auch an diesem Haus dass ist der Kern dessen was wir dann natürlich immer wieder tun.

00:15:52: Also Kern mit neuen Blüten sozusagen?

00:15:56: Ja, das war ein schönes Bild.

00:15:58: Was denken Sie, welche kulturpolitischen Weichenstellungen werden denn nötig damit klassische Musik auch in zwanzig Jahren noch gesellschaftlich relevant bleibt?

00:16:07: Also natürlich ist eine kultur- politische Weichenstellung wichtig die Vielfalt und die Stärke dieser Angebote, die wir haben sei es jetzt die Institutionen oder eben auch in der freien Szene wo man das vielleicht noch stärker betonen muss sie zu erhalten dass also diese da sind natürlich Kulturpolitische Weichenstellungen nötig.

00:16:25: Und ansonsten, glaube ich, liegt die Verantwortung ja auch bei uns, die wir selber veranstalten oder die wir Künstler und Künstlern repräsentieren oder Künstlers sind, dass wir es schaffen zum einen, die wirklich zeitgenössischen in der heutigen Zeit, in der heute weltverankerten Kontext zu schaffen für die Erfahrung dieser Musik.

00:16:49: Also das ist einfach klar, weil das eine lebendige Kunst hat mit dem Leben heute zu tun Und im besten Sinne von dem, was Kunst leisten kann.

00:16:57: Kann sie Menschen eben helfen sich mit sich selbst oder mit der Welt zu verbinden so wie man das einfach auch nur zu genießen oder unterhalten zu werden oder emotional berührt zu werden?

00:17:08: Das was Kunst leisten kann und dass müssen wir einfach auf eine gegenwärtige Art und Weise auch erzählen und finde ich also das ist auch... Wir können nicht, wie es vielleicht tatsächlich mal Zeit lang in der klassischen Musik zumindest funktioniert hat das voraussetzen, dass wir ein tolles Programm auf einfach ansetzen und sagen so jetzt verkaufen die Tickets als Publikum kommt.

00:17:29: Und das funktioniert sondern... ...das neben dem guten Programm machen geht es in ganz ganz viele andere Dinge, die dazu kommen um die Erfahrungen für das Publikums heute zu ermöglichen glaube ich.

00:17:45: Also es geht darum mitzukommunizieren warum es toll ist da hinzugehen also die ganzen Ich sage mir die ganzen W-Fragen auch zu beantworten.

00:17:54: Also was ist das genau?

00:17:55: Welchen Wert hat das, wohin führt das?

00:17:57: Warum solltest du da hingehen?

00:18:01: Woher kommt das, wohin führt das

00:18:03: etc.?

00:18:03: Das sind alles, glaube ich, Erzählungen, die wir auch mit dem künstlerischen Inhalt mitliefern müssen und dann haben spielen natürlich auch Kommunikations-, Marketing-, Vertriebs-, Gastronomie und bis hin zum Vorderhauspersonal.

00:18:16: Welche Artenweise sind wir wirklich... offen und willkommen heißen, offen Publikum was noch nie da war.

00:18:21: Und vielleicht nicht schon alle sich total gut auskennt.

00:18:24: Viele viele solche Fragen müssen wir uns stellen und auch weiter daran feilen dass sie da besser werden.

00:18:56: Ja ist es spürbar das Sie daran feiern?

00:18:58: Das kann ich bestätigen.

00:18:59: Das ist toll und ermutigend weil es ja auch ein Herzstück von Berlin ist als Kulturort.

00:19:06: Wenn wir immer von klassischer Musik sprechen dann denken wir automatisch westliche klassische Musik.

00:19:13: eine iranische Sängerin an und dieses neue Festival.

00:19:16: Wir wissen ja, es gibt klassische Musiken von anderen Kulturen in anderen Kulturen die auch großartig und wertvoll sind andere Hörgewohnheiten allerdings voraussetzen und oft für uns fremd klingen aber für die vielen Menschen mit Zuwanderungsgeschichte ihre höhrende Heimat sind.

00:19:37: Gibt es da zu Überlegungen?

00:19:39: Also die Klassik im Welt Sinne auszuweiten?

00:19:44: Ja, ich glaube das gehört zu dieser Haltung die wir auch im Zusammenhang mit dem eben erwähnten Nextdoor-Programm verfolgen.

00:19:52: Also dass wir unseren Horizont selber erweitern weil wir auch wissen also gerade Berlin ist eine Stadt in der glaube ich ganz viel von den eben gerade von ihnen beschriebenen klassischen Musiken die wir noch nicht so gut kennen weil sie vielleicht ihren Ursprung nicht in Europa haben Die die Geblühen in Berlin, an ganz vielen Orten.

00:20:14: Da gibt es die entsprechenden Künstlerinnen und Künstlern, da gibt es das Publikum.

00:20:18: Nur sind sie zum großen Teil halt noch nicht in unseren großen Konzerthäusern.

00:20:22: Und natürlich wollen wir auch da ein Beitrag leisten, das zu ändern.

00:20:27: Das ist zum Teil in dieser erwähnten Konzertreihe Bill and Jackson passiert.

00:20:31: Wir gehen jetzt zur nächsten Spielzeit noch einen Schritt weiter.

00:20:34: Werden noch eine neue KonzERTreihe dazunehmen?

00:20:37: Ashina heißen, also Ashina ist ein Wort was ursprünglich aus dem persischen und türkischen kommt.

00:20:45: Und das eigentlich hat die Dramaturgin, die die Reihe geplant hat, vieles Oblazoldo, die hat mir das erklärt.

00:20:52: Das kann man eigentlich gar nicht richtig übersetzen.

00:20:55: Das heißt sowas wie auf unerklärliche Weise vertraut.

00:20:59: Und es adressiert eigentlich so dieses Gefühl dass man etwas hört, wie gesagt vertraut vorkommen, wo man das Gefühl hat, dass gehört irgendwie zu mir vielleicht so ein Gefühl auslöst.

00:21:10: Wie das hatte was mit meiner Großmutter zu tun?

00:21:13: Also es geht bei Ashina im Kern um anatolischstämmige Musik die aber auch durch ganz viele Migrationsbewegungen schon in Anatolien also hin und her zwischen Anatolian Griechenland und Kurdistan und Azerbaijan und Armenien und was alles für verschiedene Kulturräume da schon eigentlich für diesen wahnsinnig reichen kulturellen Raum dazu gehören, bis hin dann in Jasporan natürlich auch mit in Deutschland und speziell auch in Berlin.

00:21:39: Gibt es ganz viele Fortsätze dieser Kultur?

00:21:40: Und Ashina bildet das sozusagen von ganz traditionellen Entwürfen bis hin zu ganz moderneren Dingen die in Berlin entstanden sind mit Anthony Hüsseyin zum Beispiel.

00:21:53: Bildet Ashina das ab?

00:21:54: Das werden vier Konzerte sein plus eine große Eröffnung in Drossensei mit Sylph Ylvaneli.

00:22:00: Also da bin ich auch sehr froh, dass das geklappt hat.

00:22:02: Er wird im September dieser Reihe eröffnen einen Mensch der wirklich Generationen übergreift und für ganz viel ... wie sagt man den ganzen kulturell Gedächtnis einer von mehreren Generationen Menschen umfasst oder so eine Figur wie Mikis Theodorakis für die Griechen wahrscheinlich.

00:22:20: Der hat gerade seinen achtzigsten Geburtstag gefeiert und wird bei uns diese Reihe eröffnen.

00:22:24: Also da versuchen wir auch eben in diese Richtung weiterzukommen, das ist unglaublich spannend weil wir auch da jetzt noch mal dich... also wir werden jetzt in der kommenden Spielzeit die Erfahrung machen wie gut der Sinn der ersten Spielzeit funktioniert ob wir das Konzerthaus als einen Ort wo sowas stattfindet wie schnell wir das eigentlich etablieren können und jetzt entsprechend ein Publikum finden.

00:22:45: aber ich glaube nicht wirklich sehr neugierig drauf.

00:22:48: Das klingt toll, sehr spannend und da sind wir ja wie Sie sagten Lernende auch was andere klassischen Musiken anbelangt.

00:22:56: Wie reagiert das Orchester darauf?

00:22:58: Gibt es da auch Connections zwischen diesen ganzen weiteren Musikkulturen und auch den ganzen transkulturellen Entwicklungen die sie gerade beschrieben haben dass in der Diaspora auch in der Begegnung mit Popmusik und vielen anderen Einflüssen auch der westlichen Klassik, da oft ganz neue transkulturelle Mischungen entstehen.

00:23:22: Kann das Orchester da mitgenommen werden?

00:23:26: Ja, das ist ja das Wichtigste!

00:23:27: Also wenn es uns nicht gelänge, auch das Orcaster dahin mitzunehmen, dann wäre es schwierig.

00:23:32: Das Orchester ist der wichtigste Künstler im Konzerthaus.

00:23:36: Und wir haben gleich von Anfang an auch immer wieder das Gespräch da gesucht.

00:23:40: also dass der Eröffnungskonzert von unserem Festival vom Anfang im Februar war ja auch eines, was in diese Richtung gegangen ist.

00:23:48: Wo unser Orchester beteiligt war jetzt das erwähnte Konzert am letzten Samstag mit dem Soulcore Assault for You war auch mit unseren Orchester Das Konzern beim Ichiichi-Festival mit einer kleinen Gruppe unserer Musikerinnen und Musiker.

00:24:01: Und also wir versuchen da von Anfang an gleich das gemeinsam mit dem Orchester zu machen und dann auch im Gespräch zu sein weil natürlich ist das Auch für das Orchester eine Herausforderung und es ist neu auch neue Schritte und es ist oft, glaube ich für uns die wird das Planen auch wichtig zu verstehen.

00:24:20: Wie planen wir das?

00:24:21: Und wie kriegen wir das sozusagen gemeinsam?

00:24:24: in welchem Tempo auch?

00:24:25: mit welchen sinnvollen Schritten, mit welcher Probenplanung, mit welche Vorbereitung?

00:24:30: können wir das so machen damit dass Orchester diesen Weg auch mitgeht?

00:24:35: und da kommt sehr viel sehr positives Feedback aus sehr viel konstruktive Kritik.

00:24:42: Das ist, glaube ich wichtig das als einen gemeinsamen Weg zu sehen indem man eben dann über diese Schritte auch ein Gespräch ist.

00:25:18: Ich würde gerne abschließend zur Frage kommen musikalische Bildung.

00:25:21: Das treibt uns ja als Musikrad enorm um weil uns gerade im Bereich der klassischen musikalischen Bildung sprich an Schulen und Musikschulen der Fachkräftemangel sehr bedrückt und der scheint auch schlimmer zu werden.

00:25:36: Sehen Sie da eine Rolle?

00:25:37: eines Konzertauses in der musikaschen Bildung jetzt nicht im schulischen Sinne, sondern mehr im allgemeinen gesellschaftlichen Sinne.

00:25:44: Und wenn ja wie leben Sie das?

00:25:48: Das ist in der Tat glaube ich eine sehr wichtige gesamtgesellschaftliche Aufgabe und damit aber auch eine natürlich die wir als Kulturinstitutionen auch unbedingt ernst nehmen müssen also von der super gemeinen Grundidee von Kultur Genuss als Bildung des Herzens.

00:26:03: Aber trockter ist, steckt ja auch eine Wahrheit drin das natürlich wird uns klar sein muss dass das was wir mit so einem offenen Haus und mit so ein Programm da leisten können dass das im weitesten Sinne gesunde und miteinander gut kommunizierende Gesellschaft unglaublich wichtig ist.

00:26:18: Und insofern glaube ich es ist alles was wir in Richtung Kinder- und Jugendkultur tun können Mit den entsprechenden Ressourcen die wir haben.

00:26:26: Es ist die Richtung kann man sich in der Bedeutung glaube ich kaum überschätzen.

00:26:33: Das Gute ist ja, dass wir für all diese Themen, also wenn wir jetzt dieses Thema der kulturellen Bildung nehmen vor allem aber auch die über die wir gerade schon gesprochen haben, haben wir eine Chef-Dirigentin im Haus mit Johanna Malwitz von Konzideras, die das auch absolut als ihre Themen nicht nur erkannt hat sondern eben auch wirklich engagiert nach vorne trägt.

00:26:53: und gerade auch dieser Bereich... Also die Art und Weise wie sie auf der einen Seite für die allerhöchste Qualität und die Weiterentwicklung ihres Orchesteres.

00:27:03: Und dann eben auch das sieht man mit dem steigenden Ausstrahl des Hauses, auch internationalen auf Tour welchen Weg das gehen kann.

00:27:12: Gleichzeitig ist sie aber auch eine, die immer selber zum Publikum spricht und zwar auf eine sehr natürliche und immer irgendwie auch Zusammenhang herstellende und einladende Art und Weise.

00:27:23: Also diese Haltung glaube ich bleibt der ersten chisterischen Botschafterin dieses Haus so explizit vorhanden ist, das überträgt sich ja Gott sei Dank auch auf vieles von dem was wir machen.

00:27:33: Insofern glaube ich haben wir gute Chancen das in der gebotenen Wichtigkeit weiterzuentwickeln.

00:27:40: Wunderbar!

00:27:41: Ja das ist ja immer eine Frage der Ressourcen absolut wie man seine sogenannte Education-Abteilung wie nennen Sie sie?

00:27:49: Woran treiben kann?

00:27:51: Die Abteilung hat offiziell junges Concert House bei uns und wenn nicht im Sinne einer Abteilungen.

00:27:55: Wir haben eigentlich also dass junge Concert Haus wird verantwortet von zwei Dramaturginnen bei uns, die Teil unseres Dramaturgie-Teams sind.

00:28:02: Also wir haben da auch regelmäßig gemeinsame Sitzungen.

00:28:06: Die Idee ist schon dass eigentlich das was im jungen Konzerthaus und allgemein in der Vermittlung passiert eine dramaturgische Gesamtaufgabe ist.

00:28:13: und versuchen doch mit Blick auf das Gesamtprogramm ob es jetzt die Sinfoniekonzerte für unser Standpublikum großen Saal oder die neuen Angebote für neues Publikum oder aber auch das Angebot für junge Menschen ist, dass wir das in dem gleichen dramaturgischen Anspruch angucken

00:28:27: Also dann in die Gesamtramaturgie eingebunden und nicht als add-on, so gehört sich.

00:28:32: das finde ich persönlich sehr überzeugend.

00:28:36: Ja ganz herzlichen Dank!

00:28:38: Das war ein wunderbares Gespräch und hat doch tolle Einblicke gegeben und sehr neugierig gemacht auf die nächste Spielzeit.

00:28:45: lieber Tobias Rempe.

00:28:46: Danke schön es hat Spaß gemacht.

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