Folge 16: Der Bundeswettbewerb Jugend musiziert 2025

Shownotes

In diesem Podcast stellen Prof. Ulrich Rademacher, Vorsitzender des Beirats und der Gesamtjury Jugend musiziert, und Ulrike Lehmann, Projektleiterin Jugend musiziert, vor, unter welchen Rahmenbedingungen der Bundeswettbewerb Jugend musiziert 2025 in Wuppertal stattfindet.

Musik am Anfang:

Stephen Schwartz
Simple Joys „Well, I sing you the story“ aus dem Musical Pippin

Leela Missfelder Sopran
Niels Fölster Klavier
(Rathenow / Brandenburg)

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DMR Podcast Folge 16 Jugend musiziert.

Transkript

Gemeinsam für Musik der Podcast des Deutschen Musikrates.

UR: Jetzt ist es bald soweit. Der 62. Bundeswettbewerb Jugend musiziert findet vom 5. bis zum 11. Juni in Wuppertal statt. Zum achten Male in Nordrhein Westfalen und zum ersten Mal in der Stadt der Schwebebahn.

UL: Wir möchten euch gerne vorstellen, was neu ist in diesem Jahr bei Jugend musiziert und worauf ihr euch über Pfingsten in Wuppertal so freuen könnt. Wir sind Professor Ulrich Rademacher (UR), Vorsitzender des Beirats Jugend musiziert und Gesamtjuryvorsitzender.

UR: Und Ulrike Lehmann (UL), die Projektleiterin von Jugend musiziert (Anm. d.Red.: bis 31.03.2025, ab 01.04.2025 neue Projektleitung).

UL: Und wir organisieren in unserem Team den Bundeswettbewerb Jugend musiziert. Was ist denn in diesem Jahr neu beim Bundeswettbewerb Jugend musiziert?

UR: Weil Jugend musiziert so attraktiv ist und weil sich eure Leistungen immer wieder und immer wieder gesteigert haben, könnte man ja meinen, dass in jedem Jahr Jugend musiziert, größer und größer und größer wird. Nun ist es aber so, dafür weder paar Tage und Pfingsten herum reichen, dass die Räume in den gastgebenden Städten nicht reichen und dass auch das Geld was wir brauchen für Jurys, für ein Rahmenprogramm, für die Ausstattung der Räume und für Personal etc. einfach nicht ausreichen. Und darum mussten wir uns schweren Herzens entschließen, trotz der wunderbaren Leistungen, diesen Wettbewerb in der Größe zu begrenzen. Und zwar damit wir euch das bieten können, ja, worauf ihr euch freut beim Wettbewerb. Nämlich, dass für jede Wertung ausreichend Zeit ist, dass die Jurys ausreichend groß besetzt sind, das heißt mit mindestens 4 Jurorinnen und Juroren. Dass wir allen Teilnehmerinnen, die das möchten, Beratungsgespräche anbieten und dass der Wettbewerb begleitet wird durch ein umfassendes Rahmenprogramm, was zum gemeinsamen Musizieren, was zur Begegnung, was zur Anregung et cetera anregt.

UL: Was neu ist in diesem Jahr, ist, dass der Deutsche Musikrat als Träger des Bundeswettbewerbs Jugend musiziert die Teilnehmenden einlädt zu dem Bundeswettbewerb. Dabei ist es das ausdrückliche Ziel des Deutschen Musikrats, dass so viele wie möglich Teilnehmende eingeladen werden können. Die Einladungen basieren ausschließlich auf den Bepunktungen und Bewertungen der Landesjurys. Die Landesjuror:innen sprechen mit 24 oder 25 Punkten die Nominierung zur Teilnahme am Bundeswettbewerb aus und der Deutsche Musikrat lädt daraufhin ein. Das heißt, die Verantwortung und die so wichtige pädagogische Rolle, wer zum Bundeswettbewerb eingeladen werden soll, liegt weiterhin bei den Landesjurorinnen und Juroren.

UR: Nominiert - das ist ein neues Wort, bei Jugend musiziert. Irgendwie ist es wie bei den Oscars. Eine Nominierung ist noch kein Oscar, aber schon ganz schön attraktiv. Und noch etwas: wer auf Landesebene mit 23 Punkten abschneidet, erhält, weil er zu den Besten des Landes gehört, einen ersten Preis und profitiert damit von allen Fördermaßnahmen, die das Land zu bieten hat. Wie zum Beispiel Landesjugendorchester et cetera, aber eben leider aus Kapazitätsgründen ohne die Möglichkeit der Teilnahme am Bundeswettbewerb.

UL: Wir stellen euch kurz vor, wie denn dieses Prozedere, was neu ist zwischen Landes- und Bundesebene Jugend musiziert, genau aussieht. Der Deutsche Musikrat als Träger des Bundeswettbewerbs legt fest, wie groß der Bundeswettbewerb in Wuppertal sein kann. Das sind in Wuppertal 1.250 Wertungen, das heißt, wir erwarten circa 2.000 junge Musiker:innen aus ganz Deutschland und aus den deutschen Schulen im Ausland. Diese maximale Größe des Bundeswettbewerbs wird heruntergebrochen anteilig auf die 19 Landeswettbewerbe , 16 in Deutschland, 3 im Ausland. Und zwar erhält jeder der 19 Landeswettbewerbe den Anteil an beim Bundeswettbewerb zur Verfügung stehenden Wertungspielen, der dem jeweiligen Landeswettbewerb anteilig angesichts der tatsächlichen Wertungen auf Landesebene zusteht. Ihr merkt an diesem Satz, das ist sehr kompliziert, aber es ist fair, dafür stehen wir nicht nur mit unseren Namen, sondern mit unseren Gesichtern. Auf unserer Homepage findet ihr das Ganze noch mal ein bisschen detaillierter aufgeschlüsselt. Für euch ist wichtig zu wissen: anhand der tatsächlichen Zahlen, wie viele Wertungen gibt es auf Landesebene, erhält jeder der 19 Landeswettbewerbe den ihnen zustehenden Anteil der Größe des Bundeswettbewerbs – wenn man den Bundeswettbewerb mal als Torte versteht.

UR: Dabei werden die Landesebene und die Bundesebene von einem gemeinsamen Ziel geleitet. Nämlich, alle Nominierten einladen zu können. Und solange die Zahl der Nominierten insgesamt nicht die Menge der Wertungen überschreitet, die beim Bundeswettbewerb möglich sind, kann auch damit gerechnet werden, dass alle Nominierten beim Bundeswettbewerb sich sehen. Wir stehen dafür, dass auch in Zukunft herausragende junge Musikerinnen und Musiker durch eine Einladung zum Bundeswettbewerb ausgezeichnet werden und dadurch auch motiviert, lebenslang mit Freude zu musizieren, auch gemeinsam zu musizieren. Und eventuell einen Beruf als Musikerin oder Musiker zu ergreifen, der entweder konzertierend oder unterrichtend sein kann. Beides wunderbare Perspektiven auf gleichem Level. Ein Wettbewerb aber, der immer immer größer würde, würde diese Chance verspielen, weil er immer anonymer würde und weniger Möglichkeiten zum Austausch, zur Anregung und zur Beratung bieten könnte.

UL: Das Prinzip von Jugend musiziert, mehrere herausragende musikalische Leistungen nebeneinander zu würdigen, also nicht nur einen oder eine beste jede Kategorie auszuzeichnen, wird durch dieses neue Prozedere nicht in Frage gestellt, sondern beibehalten. Wir sind davon überzeugt, dass es zu einem Wettbewerb gehört, dass von Wettbewerbsstufe zu Wettbewerbsstufe eine Leistungsspitze immer deutlicher erkennbar ist und sind davon überzeugt, dass das auch mit Jugend musiziert vereinbar ist. Wir freuen uns, dass wir durch dieses neue Prozedere für euch einen Bundeswettbewerb in Wuppertal realisieren können, der das wirkliche musikalische Fest der Begegnung wird. Ulrich, worauf können sich die Teilnehmenden beim diesjährigen Bundeswettbewerb in Wuppertal besonders freuen?

UR: Zunächst einmal freuen wir uns auf euch! Das sind 2.000 junge Musikerinnen und Musiker aus den deutschen Bundesländern. Darunter aber auch Teilnehmende aus den 3 Wettbewerbsregionen im europäischen Ausland und rund um das Mittelmeer. Dann freuen wir uns auf 120 Jurorinnen und Juroren. Auch junge Jurorinnen und Juroren, die selbst noch gar nicht so lange ihre Jumu-Vergangenheit hinter sich haben, die aber inzwischen ihr Studium vollendet haben und am Anfang ihrer Karriere stehen. Sei es eine Karriere als konzertierende:r Musiker:in oder eben als unterrichtende pädagogische:r Musiker:in, beides wertvolle und supertolle Berufe. Dann freuen wir uns auf das Festkonzert und 3 Preisträger:innenkonzerte in Wuppertals historischer Stadthalle. Ich persönlich freue mich auch darauf, dass ich wieder viel zuhören kann und mich erfreuen kann an den Leistungen, die sich durch Frische und Reife gleichzeitig auszeichnen und an der großen Freude am gemeinsamen Musizieren, die hier sowohl in den Wertungen als auch in den Preisträger:innenkonzerten so erfrischend rüberkommt.

UL: Der diesjährige Bundeswettbewerb in Wuppertal wird ein wahres Fest der musikalischen Begegnung und wir freuen uns, dass wir das für euch ermöglichen können. Zum Beispiel gibt es ein Begegnungscafé, in dem ihr jeden Tag einander treffen und euch austauschen und gemeinsam musizieren könnt, wenn ihr denn wollt. Wir möchten eine Open Stage auf einem zentralen Platz in Wuppertal aufbauen, wo ihr über das Pfingstwochenende musizieren könnt und wo die Wuppertaler:innen euch auch in den Straßen erleben. Geplant ist eine Jumu-Party und eine JamSession und das ist nur ein Teil - es gibt noch Workshops und Straßenmusik. Also ihr merkt, es ist einfach eine Stadt – Wuppertal - die ihr zum Klingen bringen könnt! Und darauf freuen wir uns sehr. Ich persönlich freu‘ mich übrigens sehr auf die Schwebebahn. Das ist nämlich ein Partner des diesjährigen Bundeswettbewerbs. Und ihr, liebe Teilnehmenden, und wir auch als Organisationsteam und auch die Jury wird sich durch diese Partnerschaft größtenteils schwebend durch Wuppertal bewegen. Darauf freue ich mich sehr. Es ist viel geplant und vorbereitet für euch.Den aktuellen Stand der Planungen findet ihr immer auf unserer Homepage www.jugend-musiziert.org

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